I wanna be everything that I’m not

Review von Swim Deep – Where The Heaven Are We (VÖ: 05.08.13) 

Swim Deep dürften hierzulande nur Indie-Szenekennern und Hurricane-Besuchern ein Begriff sein. Von nun an wird sich das allerdings ändern, denn die jungen Typen in ihren Batikshirts und Möhrenjeans werden von Sony vermarktet, von großen Konzertagenturen gebucht und, ach ja, ein Album – das Debüt – gibt es jetzt auch noch aktiv zu promoten.

„Where The Heaven Are We“ heißt es und beinhaltet zehn Songs. Vier von ihnen sind bereits von früheren Veröffentlichungen bekannt, fallen aber nicht sonderlich auf. Denn: es klingt sowieso alles gleich. Dabei macht das Intro zunächst noch Lust auf mehr: Sänger Austin Williams säuselt eine sehr verlangsamte, äußerst gelungene Kurzversion vom Closer „She Changes The Weather“. Das darauffolgende „Francisco“ gibt dann jedoch auf banalste Art und Weise den Ton fürs komplette Album an: Hier wird künstlicher Indierock zelebriert, mit Synthesizern für den Elektro-Touch und simplen Refrains für die Ohrwurmgefahr. Die Melodien von „Where The Heaven Are We“ sind demnach stets fröhlich, stets leicht und dadurch perfekt zur Untermalung lauer Sommerabende, sie bieten aber nun mal auch wenig Substanz. Man hört ständig das gleiche Songschema, was besonders grausige Lückenfüller wie „Make my sun shine“ oder auch „Stray“  schamlos offenbaren. Ganz zu schweigen von den Lyrics, die wenig wortgewandt von den typischen Young Adult-Thematiken berichten: Liebe („The Sea“), Aufbruchstimmung („Colour your ways“) oder auch Zukunftsangst („Honey“). Klar, manchmal geht das Rezept trotzdem auf: „King City“ und „Soul Trippin“ sind wunderbare Indie-Songs zum Mitwippen und bei „Red Lips I Know“ wird sich sogar was getraut: der Refrain ist bis auf ein zurückhaltendes „I know, I know …“ nicht existent und die Band schlägt leise Töne an. Das mit Abstand ausgereifteste Lied des Albums. Nichtsdestotrotz gehen derartige Highlights in der belanglosen Masse gnadenlos unter und nette Ideen wie der „She Changes The Weather“-Rahmen sorgen lediglich für einen leicht würzigen Beigeschmack.

Das Album umfasst 43 Minuten, doch die Geschichte von „Where The Heaven Are We“ ist in zehn Minuten auserzählt. Da wird wohl auf Dauer auch die imposante Promo-Maschine nicht helfen. Der kurze Hype ist vermutlich dennoch sicher – Sony lässt grüßen.

Promostreams sind übrigens einfach nur nervig und lassen die Meinung des Verfassers wohl kaum besser werden!

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