Tune of the week: Make Do And Mend – St. Anne

Ich verfasste ein Review zu „Everything You Ever Loved“ – direkt die Begründung, wieso St. Anne „Tune of the week“ ist.

„Make Do And Mend“ („Aus alt mach‘ neu“) ist nicht nur der Bandname der amerikanischen Post-Hardcore Band, sondern auch ein sehr passender Slogan zu ihrem Release von „Part And Parcel“. Die Acoustic EP galt als reiner Lückenfüller, um den Transfer zum angesagten Label Rise Records voranzutreiben. Der anvisierte Wechsel funktionierte wie gewünscht – Zeit für „wirklich neu“. Zeit für „Everything You Ever Loved“.

Dank Rise Records mit einer verhältnismäßig großen Reichweite ausgestattet, ist das neue Album ein weiterer Meilenstein auf dem Karrierepfad von MDAM. Denn ob zahlreiche Absagen kleinerer Headliner-Konzerte oder die merkwürdige Europatour mit Every Time I Die – selten zeigte eine Band so offen, dass sie es auf den ganz großen kommerziellen Erfolg abgesehen hat. Klar, dass das Cover der neuen Scheibe direkt sehr in den Mainstream rutscht. Eine Frau auf der Rolltreppe in schwarz-weiß. Wow. Da kann man nur hoffen, dass sich der „Wow“-Effekt zumindest bei den Liedern des Albums einstellt.

Die  vorab bekannten Songs „Disassemble“ und „Lucky“ waren gar nicht mal so schlecht. Sie blieben im Ohr – allerdings nur bis zum Release des Longplayers. Der erste Durchgang von „Everything You Ever Loved“ zeigte nämlich schnell, dass irgendwie alles genauso klingt wie die beiden: „Da war so ein gutes langsames Lied mittendrin und auch das am Ende hat irgendwie berührt. Aber äh, wie waren die anderen Songs noch einmal? Naja, wächst bestimmt noch.“ Fünf Durchgänge später: Bis auf einzelne Textstellen („What if eeeeverything that you ever loved / more than anything / was killing you this slow“) ist nichts hängen geblieben. Fünfzehn Durchgänge später: „Ey, „Hide Away“ ist lyrisch quasi das schlechtere „Home Away From Here“ der Kollegen von Touché Amoré. Und wie berührend sind eigentlich „St. Anne“ und „Desert Lily“?“ Dummerweise sind die letztgenannten Songs nicht etwa Neuentdeckungen, sondern, richtig, genau die beiden Balladen, die man schon beim ersten Hören als äußerst angenehm empfand. Zusammenfassend liest sich die Tracklist also folgendermaßen: Langweilig, Langweilig, Langweilig, St. Anne, Langweilig, Langweilig, Langweilig, Langweilig, schlechter Touché Amoré Lyrics-Abklatsch, Langweilig, Desert Lily. Keine so gute Bilanz. Natürlich, „Langweilig“ heißt hier nicht unbedingt „schlecht“. Die Songs sind zwar alle eine Spur glatter als die Vorgängerveröffentlichungen, aber zumindest textlich gesehen sind sie genauso deprimiert und musikalisch auch ziemlich eingängig. Nur halt: langweilig. Kein Vergleich zur viel gelobten „Bodies of Water“-EP oder auch zum letzten Album „End-Measured Mile“, welches zeigte, dass die Band durchaus einen kompletten Longplayer abwechslungsreich bestücken kann. Konnte. „Everything You Ever Loved“ ist dann doch eher ein mittelmäßiges Album, was man sich niemals in aller Vollständigkeit auf den MP3-Player packen würde.

Vielleicht hätte die Band ihrem Bandnamen doch ein wenig treu bleiben soll. Und damit ihrem erfrischenden Stil von früher.

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