Discover the life of an irresponsible adolescent

Starbuck Plakat

Bild: dpa

Geht man in eine Sneak Preview, zahlt man nur einen kleinen Geldbetrag und bekommt dafür irgendeinen Film geboten, der demnächst ins Kino kommt. Da sieht man dann selten den ganz großen Kracher, den sich alle erhoffen, ständig irgendeinen französischen Independent-Kram, der sonst niemanden interessieren würde, und manchmal einen Film, der sich, ganz unerwartet, als Hit entpuppt. Als „Starbuck“ eingeleitet wurde, war die direkte Flucht schon verlockend: Im Vorspann präsentierten sich zig französische Produktionsfirmen, es wurde sich mit irgendwelchen Filmfestivals geschmückt und zu guter Letzt gab es noch den Hinweis auf die „Culture Quèbecois“. Kanadisch-französische Filmkultur ist hierzulande ja nicht gerade bekannt. Nichtsdestotrotz: Wenigstens der Popcorneimer wollte noch geleert werden, also konnte man auch die ersten Minuten von „Starbuck“ mitnehmen. Ich blieb den ganzen Film sitzen.

David Wozniak (perfekt besetzt: Patrick Huard) ist hoch verschuldet und arbeitet als Fahrer für die Fleischerei seines Vaters. Irgendwie geht seit Monaten alles nur noch schief: Er ist hoch verschuldet und seine Freundin macht auch ständig Stress. Nur noch seine Familienmitglieder halten wirklich zu ihm, schließlich hatte er ihnen vor rund zwanzig Jahren einen Urlaub in Venedig spendiert. Wie er das damals finanziert hat, weiß allerdings bisher niemand: mit Samenspenden, die ihm über 40.000 Euro einbrachten. Eigentlich hatte David dieses Kapitel seines Lebens auch schon längst abgeschlossen, doch dann wird ihm berichtet, dass er unter dem Pseudonym „Starbuck“ zur Zeugung von 533 Babies beigetragen hat und 142 dieser Kinder jetzt Klage einreichen. Sie wollen endlich ihren biologischen Vater kennenlernen. David möchte sich natürlich eher weniger als der „El Masturbator“ zu erkennen geben, zeitgleich ist er aber auch ein bisschen neugierig, was seine Gene eigentlich alles so erreicht haben. Während David also mit seinem Freund und Anwalt Avocat an einer Gegenklage arbeitet und seiner schwangeren (!) Freundin Beistand leistet, beobachtet er gleichzeitig seine schon fast erwachsenen Sprösslinge und hilft ihnen heimlich in den verschiedensten Situationen. Es ist klar, dass es damit irgendwann zum „Showdown“ kommen muss. Bis dahin wird uns aber erst einmal ein sehr humorvolles Durcheinander präsentiert: David ist mit der Situation vollkommen überfordert und tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste, zeigt dafür aber auch viel Herz.

Regisseur Ken Scott verpackte diese doch sehr moralische Fragestellung mit viel Einfühlungsvermögen in 103 Minuten voller Witz und Melancholie. Der Zuschauer fühlt sich bestens unterhalten – und wird trotzdem dazu angeregt, über künstliche Erzeugung nachzudenken. Eindeutige Film-Empfehlung!

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