Colour me in kindness, cover me with love.

Review: Basement – Colourmeinkindness

 „Grunge“ katapultiert uns direkt in die 90er. In diesem Jahrzehnt fand der „Seattle-Sound“ seinen Anfang und Nirvana-Legende Kurt Cobain sein Ende. Gut zwanzig Jahre später ist die schrammelige Rockmusikbewegung fast vollends ausgestorben. Da ist es umso überraschender, wenn das Genre plötzlich von fünf jungen Herren aus Ipswich weiterentwickelt wird. Basement heißt ihre Band und ihr neues Album „Colourmeinkindness“ ist der letzte Meilenstein vorm offiziell verkündeten Halb-Aus („Hiatus“). Angesichts tiefer Verwurzelung im Pop Punk fungiert dieser Grunge-Emo-Ausflug gleichzeitig als komplette musikalische Neuausrichtung.

Zwar dürften genau jene „musikalischen Differenzen“ der Grund für die Bandtrennung gewesen sein, bei „Colourmeinkindness“ ergeben Basement allerdings eine abwechslungsreiche Sound-Einheit: Andrew’s ungewöhnlicher Gesang, treibende Gitarrenriffs und minimale Drums formen aus „Spoiled“ ein wohl strukturiertes Chaos mit Ecken und Kanten, die Abschluss-Kombination aus dem balladenartigen „Comfort“ und dem Litanei-mäßigen „Wish“ hat einen bedrückend-beeindruckenden Tiefgang und schnellere Songs wie „Whole“ oder „Bad Apple“ machen einfach Spaß. Das Highlight ist jedoch noch immer das vorab bekannte „Covet“. Selten waren Basement eingängiger, nie bedienten sie sich so offensichtlich am Sound der Pixies. „When I’m with you,I don’t want to be with you,“ bleibt einem auch noch Tage später im Ohr. An der „Ohrwurmfähigkeit“ mangelt es aber sowieso keinem der Songs, denn Basement verzichten bewusst auf anspruchsvolle Spielereien. Typisch „Grunge“ sind monotone Vocals, simple Melodien und noch simplere Lyrics an der Tagesordnung. Und doch hat jedes Lied seine eigene Note und jede noch so sprachlich-schlichte Songzeile transportiert so viele Emotionen wie der ausgereifteste Kitsch-Roman („I can‘t escape / The walls I made / Containing me“).

Vielleicht katapultiert uns „Grunge“ in die 90er. Dank Basement und „Colourmeinkindness“ offenbart der Begriff aber auch im Jahr 2012 mehr als Flanellhemden und zerrissene Jeans.

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