And don’t you dream in your sleep, it’s just lazy

Achtung Musiktipp! Bericht: SWIM DEEP + THE 1975 (Gebäude 9, Köln. 07.05.13)

Mit ihren abgeranzten 90er-Klamotten sehen sie aus wie irgendwelche rich kids, die gegen ihre Eltern rebellieren möchten. Oder wie Jugendliche, die „Grunge“ für einen Modestil halten und Nirvana für einen Smiley-Erfinder. Faszinierenderweise machen SWIM DEEP aber ganz enthusiastisch Musik. Gute Musik. Im Vereinigten Königreich schafften es die vier Jungs aus Birmingham schon ins Vorprogramm von TWO DOOR CINEMA CLUB, hierzulande sind ihre Indiepop-Hymnen noch weitestgehend unbekannt. Ganz schön mutig also, bereits vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums eine Headline-Tour in Deutschland zu starten. Im Kölner Gebäude 9 startete die Tour und naja, voll war es nicht.

Bei der Vorband THE 1975 hielten sich die meisten Zuschauer im ersten Drittel der Halle auf. Dafür war die Stimmung aber gar nicht schlecht. Die vier Briten scheinen hier schon eine kleine Fanbase zu haben und so wurde begeistert zu den Stücken der 1975er getanzt. Tanzbar waren die Songs auch wirklich. Werden THE 1975 generell als Alternative Rock Band bezeichnet, klang die in Köln gespielte Musik nämlich eher überaus poppig. Insbesondere der neue Song des bald erscheinenden Selftitled-Debüts klang doch etwas weichgespült und erinnerte in schlechten Zeiten an beliebige Boybands … dies schien aber zumindest die angereisten Fans nicht zu stören.

swimdeep

Schade, dass die meisten THE 1975-Anhänger nach dem Auftritt die Location verließen –das Gebäude 9 schien zum Auftritt von SWIM DEEP deutlich leerer. Doppelt so viele Facebook-Likes sind tatsächlich auch an der Anzahl der Konzertbesucher bemerkbar. SWIM DEEP wirkten allerdings nicht sonderlich resigniert, sondern spielten routiniert, und doch freundlich, ihr Programm herunter. Bereits bekannte Songs ihrer vier EPs, wie „The Sea“ oder „Honey“, wurden dem Publikum ebenso präsentiert wie noch unbekannte Lieder des Ende Juni erscheinenden, ersten Albums. Schön, dass sie zusätzliche Unterstützung von einem Keyboarder bekamen und auch gerne mal Lieder etwas verlängerten – insbesondere ihre erste Single „King City“ zum Ende des Sets. Ihr elektronisch angehauchter Indiepop konnte so durchaus auch live überzeugen. Wer die Gelegenheit hat, SWIM DEEP live zu erleben, soll doch mal hingehen. Die Klamotten geben euch auch einen Grund möglichst oft zur Bühne zu gucken …

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