Frankfurter Buchmesse 2013

BuchmesseDie meisten Messen habe ich als Standparty-Hostess erlebt, wo ich abends betrunkene Anzugträger mit Bier versorgte. Auf der Frankfurter Buchmesse war ich aufgrund der Distanz allerdings noch nie. Weil Literatur aber schon zu meinen Interessen zählt (und ich ja auch gerne mal das ein oder andere Buch rezensiere, habe ich mich dieses Jahr einfach mal als Blogger registriert, mir eine Freundin geschnappt und den Fachbesucher- und Presse-Eröffnungstag in den Frankfurter Buchmessehallen verbracht. Anfangs war die totale Planungslosigkeit. Die meisten Besucher rannten schnurstracks zu ihren Terminen mit den anwesenden Verlagen, wir landeten mit dem Shuttle-Bus bei den Kinder- und Jugendmedien und fühlten uns angesichts der Masse der Bücher leicht erschlagen.

IMAG2892Ein Blick auf den Messeplan verriet uns, dass sich im oberen Geschoss der Halle 3 deutschsprachige Literatur befinden sollte, also ging es zunächst einmal dorthin. Dort fand man allerdings auch Religion (nä) und viele Medienstände. Für uns größtenteils uninteressant, wir waren schließlich wegen interessanter Bücher dort. Die fanden wir nicht auf Anhieb, deswegen ließen wir von den „Vorsicht, Buch!“-Leuten ein Daumenkino aus uns erstellen. Die Kampagne war auf der Messe nicht zu übersehen, was genau das Ziel davon ist, kann mir jedoch nicht einmal die Website erklären. Aber nett wars. Wir schauten uns danach weiter die Hallen an, immer noch planlos, was genau wir eigentlich auf der Messe sollen.

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Hinsetzen und lesen? Mh ja, aber welches Buch? Es gibt so viele und wenn man sich einmal eingelesen hat, kann man den Rest der Messe nicht richtig sehen. Was wir nicht wussten: den Rest der Messe hätte man sich eh sparen können. Die weit entfernte Halle 8, ihres Zeichens Ort für englischsprachige Literatur (eigentlich genau mein Ding), wurde fast ausschließlich für Fachbesucher-Termine genutzt. Man wurde schon dumm angeguckt, sobald man sich auf den Messestand wagte und ein Buch in die Hand nahm. Vielleicht lag es daran, dass es meist jeweils nur ein Exemplar gab (irgendwie muss der Flug ja finanziert werden). Die Hallen mit anderssprachiger Literatur brachten mir noch weniger, ich versteh ja nichts. Na gut, außer Französisch, aber wer liest das schon freiwillig. Kunst ist auch nicht meine Tasse Tee, sodass ich in Halle 4 lediglich mal ein bisschen durch Tattoo-Bücher stöberte und mir die Geschenkartikel ansah. Also relativ schnell zurück zu Halle 3. Die bekannten Verlage nach Leseexemplaren abgeklappert (erfolgreich) und das ein oder andere spannende Buch entdeckt. Schade dabei: Kaufen ging nicht. War also ein bisschen deprimierend, falls man sich bei der fast unendlich großen Auswahl tatsächlich für ein, zwei entscheiden hätte können.

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Was bot die Frankfurter Buchmesse also noch? Natürlich Lesungen. Da war aber bis auf eine, wo ich schon bei der Stimme des Autors fast eingeschlafen bin, gerade nicht wirklich was los. Meistens wurden Promis interviewt. Umgeben von vielen, vielen Menschen. Helmut Karasek hab ich zum Beispiel erkannt. Und Dr. Eckart von Hirschhausen ließ sich auf dem Vorplatz mit roter Nase filmen.

Bleibt die Frage, wie man die Frankfurter Buchmesse für sich gewinnbringend bzw. vernünftig nutzt. Und ganz ehrlich? Ich kann es nicht wirklich beantworten.

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Die Ausbeute der Frankfurter Buchmesse

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7 Kommentare

  1. 13. Oktober 2013 / 17:05

    Beim nächsten Mal muss ich wohl mit dir zusammen auf die Buchmesse, meine „Beute“ war bei weitem geringer. Wenn denn auch etwas Lesenswertes dabei war. Es war teilweise fürchterlich deprimierend, wenn an einem Stand 200 Exemplare des selben Buches auslagen, die Frage nach einem Leseexemplar aber verneint wurde. Aber kaufen war auch nicht möglich. Da frage ich mich, was man mit all diesen Büchern nach der Messe macht, und warum man sie überhaupt in dieser Masse ausgestellt hat.

    • 13. Oktober 2013 / 19:44

      Ob da etwas wirklich Lesenswertes bei ist, weiß ich noch nicht. Ein paar klingen vom Klappentext her richtig mies, paar interessanter!

      Und das mit den nicht mitnehmbaren Auslagen macht echt sehr wenig Sinn. Ist wie in einem riesigen Buchladen, wo man nichts kaufen darf.

  2. 15. Oktober 2013 / 19:15

    Ich war bisher nur einmal beruflich da und fand es furchtbar. So viele Menschen!!

  3. Katharina
    6. November 2013 / 11:18

    Buchmesse-Tipps fürs nächste Mal (ich arbeite in einem Verlag und kenne daher die Messe auch von der anderen Seite):

    – Die Messe erlaubt es den Verlagen nicht, zu verkaufen, am Sonntag darf aber verkauft werden (meistens erst nachmittags). Das gilt aber nur für Bücher, Kalender und anderen Kleinkram kann man meistens auch schon an den anderen Messetagen kaufen.

    – Das mit den Rezensionsexemplaren ist bei vielen Verlagen in der Tat schwierig. Da lohnt es sich eher, sich umzuschauen und sich nach der Messe nochmal zu melden …

    – Die fremdsprachigen Verlage sind meistens langweilig, weil es da wirklich nur um Lizenzen geht. Interessant ist noch Halle 4.0 hinten links, da sind die Nonbooks (nette Geschenke und Krimskrams) und in Halle 4.1 gibt es auch nicht nur Kunst, sondern viele kleinere Verlage, die man sonst nicht so wahrnimmt. Dieses Jahr war ich auch kurz bei der Antiquariatsmesse, das fand ich toll (wenn man auf verstaubte Bücher und alte Drucke steht).

    – Für Lesungen sind tatsächlich die (überfüllten) Publikumstage besser. Interessante Sachen gibt es unter der Woche immer mal wieder auf dem blauen Sofa oder bei der ARD. Dieses Jahr war veranstaltungsmäßig aber wenig los. Schade :(

    • 6. November 2013 / 11:21

      Ah, sowas ist interessant zu lesen :)
      In Halle 4 war ich, war in Ordnung, im Antiquariat sogar auch, allerdings nur meiner Begleitung zuliebe…
      Mal schauen, ob ich nochmal bei der Buchmesse lande!

  4. 27. April 2014 / 17:48

    Deshalb ist die LBM doch etwas Spannender. Diese ganzen Mangaleute, die peppen das ganze schon echt auf. Und dabei bin ich ich schon echte ne Leseratte.

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