So tell me why we’re talking when we dance so good

Bericht: Ron Pope, Wakey! Wakey! & Alexz Johnson im Berliner Lido

Wenn eine Tour keinen Support, sondern „Special Guests“ hat, kann der Haupt-Act auch mal in den Hintergrund rücken. So geschehen bei Ron Pope mit seinen besonderen Gästen Alexz Johnson und Wakey! Wakey!.

(Leider) schon wesentlich vor den angekündigten acht Uhr betritt Alexz Johnson die Bühne des Lidos. Die zuckersüße Kanadierin ist zum ersten Mal in Europa unterwegs und manchen vielleicht noch aus der Viva-Serie „Instant Star“ (2004) bekannt. Schon damals hatte sie eine super Stimme. Mittlerweile singt sie so wunderbar zerbrechlich, dass die bereits anwesenden Gäste nach jedem Song in einen absolut begeisterten Applaus verfallen. Miss Johnson ist sichtlich gerührt („People care, that’s so nice. I’m one of ten kids“) und entschuldigt sich mehrmals für ihre depressive Musik. Der hohe Grad an Melancholie kümmert das Publikum aber weniger, schließlich hören sich Liebeskummer („Thank you for breaking my heart“) und Mittellosigkeit („American Dreamer“) einfach wunderschön an. Egal, ob akustisch oder mit Wakey! Wakey! Sänger Michael Grubbs am Keyboard.

2014-02-17 20.56.03Grubbs betritt dann kurz danach komplett alleine die Bühne. Es hatte im Vorfeld Komplikationen gegeben, die es der Band unmöglich machten, zusammen zu spielen. Darum gibt es nun lediglich den erkälteten Grubbs und Keyboard, aber wie er so schön sagt „I’m pretty good at this shit“. Es folgt ein bunter Mix aus alten („Dance so good“) und neuen (“Irresistible“) Songs. Kannte man vorher nur „Brooklyn“ akustisch, ist nun alles aufs Wesentliche reduziert. Und es klingt super! Falls man denn auch schon mal in den Genuss kam, den Herren zusammen mit Band zu sehen und dementsprechend nichts vermisst. Hat man Wakey! Wakey! auf der letzten Tour gesehen, ist man dieses Mal allerdings natürlich auch nicht so überrascht davon, wie viel der Mann zwischen den Songs zu sagen und zu witzeln hat. Es ist aber natürlich noch immer äußerst sympathisch, wenn er erzählt, dass er einen Song für Lana del Rey geschrieben hat und ihn dann doch behalten wollte oder dass er davon ausgeht, dass nach dem Gig alle Wakey! Wakey! Fans sind („Meine Mutter hat gesagt, Frauen stehen auf falsches Selbstbewusstsein“). Es sind sehr kurzweilige 40 Minuten, die hoffen lassen, dass die versprochene Headliner-Tour im Sommer kein Märchen ist. Dem werden die ganzen kleinen Fan-Mädchen, die direkt danach zum Merch-Table stürmen, wohl zustimmen.

Apropos Merch: Weil einfach die Hälfte des Saals in den Vorraum rennt, ist das Lido ganz schön leer, als der Hauptact beginnt. Und es füllt sich auch nicht mehr. Ron Pope spielt tatsächlich vor den wenigsten Leuten des Abends. Meiner persönlichen Meinung nach auch relativ berechtigt, finde ich seinen R’n’B-Pop einfach nur belanglos. Die paar noch anwesenden Leutchen sind allerdings begeistert am Tanzen. Da scheiden sich wohl die Geister…

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