Stop all those festival styling guides – please

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Festivalstyle- (und Haar-) Historie

Festivals sind Trend. Tausend Nachrichtenseiten berichten, welche Must-See-Bands wo spielen, die Glossybox bringt eine Festival-Edition raus und die Karten für Hochkaräter wie Rock Am Ring, Hurricane und Co. werden weit im Voraus ausverkauft. Da hab ich prinzipiell nichts gegen, ich bin ja ein musikliebender Mensch. Was mir aber aufstößt: diese unermüdliche Flut von Frauenzeitschriften und Fashionblogs, die meinen, sie müssten mir zeigen, was ich bei einem Festival anzuziehen und beautytechnisch mitzunehmen habe. Das ist meist super stylisch und orientiert sich am Style der Coachella-Promis, hat aber doch mit der Realität wenig zu tun. Ob hohe Schuhe, drei verschiedene Lidschattenfarben, leichte, schicke Sommerkleidchen oder eine Tasche für 100 €, es wird schnell klar, dass die meisten dieser Redakteure in ihrem Leben noch kein Festival besucht haben, geschweige denn sogar dort ihr Zelt aufschlugen.

Ein Festival ist dreckig, ein Festival ist komplett wetterabhängig, ein Festival ist keine Modenschau. Selbst als aufs Aussehen bedachte Person ist die der Festivalstyle hauptsächlich funktionaler Natur. Wir leben schließlich in Deutschland und da ist das Wetter vor allen Dingen eins: scheiße und unvorhersehbar. Regencape und schlammvertragende Schuhe werden also provisorisch schon einmal eingepackt. Auch braucht man Dinge, die einem kühle und lange Nächte erträglich machen: Schals, Hoodies, die olle Jeansjacke vom Vorjahr. Mit High Heels durch den Matsch? Mit schmerzenden Füßen und in klammen Hotpants den Headliner gucken? Viel Spaß!

Das Grund-Outfit ist dann auch eher (Band)-Shirt und Jeans statt Sommerkleidchen. Röcke und Kleider? Unpraktisch, wenn man sich inmitten der Konzertmenge bewegen will. Unpraktisch, wenn man sich auf den dreckigen Boden setzen will. Auch auf „coolen Haarschmuck“ lässt sich gut und gerne verzichten. Nehmt doch lieber ’n Hut. Da sieht man auch die nicht mehr ganz so glänzenden Haare nicht.

Wer sich schminkt, sollte irgendetwas wählen, was Hitze und Regen standhält und nicht ständig nachgezogen werden muss. Dixie Klos haben keine Spiegel und ihr braucht sowieso keine Smokey Eyes für den verführerischen Augenaufschlag. Der verschwommene Lidstrich kommt von ganz allein… Vorsicht auch mit dem sorgfältig aufgetragenen Nagellack: der blättert schon beim Schleppen der Dinge vom Park- zum Campingplatz ab. Das bleibt dann bitte auch so. Kein Mensch hat Lust auf den lieblichen Geruch von Nagellackentferner im stickigen Zelt.

Und falls ihr euch jetzt fragt, was denn dann bitte euer sorgfältig ausgesuchtes „It-Piece“ beim Festivalstyle sein soll: die Sonnenbrille. Beim Betrachten meiner Fotos fiel mir auf, dass die ja anscheinend doch ziemlich wichtig ist…

Ach und klar: wer nicht campt, kann natürlich aus dem vollen Kleidungs- und Beautykoffer schöpfen. Euch erkennt man aber spätestens ab dem zweiten Tag direkt!

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