Race doesn’t really exist for you because it has never been a barrier

Adichie Americanah Buch RassismusReview: Chimamanda Ngozi Adichie – Americanah

Ab wann fühlt man sich eigentlich Schwarz? Konträr zu Weiß? Ifemelu kann diesen Punkt im Leben genau benennen: sobald man mit der rassistischen Weltansicht konfrontiert wird, die in weißhäutigen Gemeinden dominiert. Verbringt man seine Jugend in Afrika, wird man sich lange überhaupt nicht mit dieser Frage beschäftigen. Bis man eventuell in die Staaten auswandert. Dort folgt vermutlich auch gleich Einsicht Nr. 2: „African American“ und „American African“ sind zwei völlig unterschiedliche Konzepte. Letztere stehen auf der sozialen Leiter ganz unten, während „African Americans“ seit Generationen in Amerika leben und außer der Hautfarbe durch und durch „americanized“ sind. Was die Vorurteile gegenüber Schwarzen natürlich mindert, aber nicht aufhebt.

Ifemelu ist all dies mittlerweile bewusst. Sie bloggt anonym und erfolgreich über alles, womit sich non-american blacks nach ihrer Einwanderung beschäftigen und arrangieren (müssen). Das fängt schon mit Zeitschriften an, die Schminktipps maximal für die gut gebräunte Puerto Ricanerin geben und der Akzeptanz der eigenen, wild durcheinander wirbelnden Haare.

Ifemelu ist Chimamanda Ngozi Adichies fiktive Figur in ihrem aktuellen Roman „Americanah“. Eigentlich ist „Americanah“ eine Liebesgeschichte: Ifemelu lernt Obinze in den neunziger Jahren in Nigeria kennen, die beiden werden ein Paar, doch mit Ifemelus Studium in Amerika bricht der Kontakt ab. Auch Obinze verlässt später den afrikanischen Kontinent – um in London sein Glück zu versuchen. Jahre später treffen sich die beiden dann in Nigeria wieder.

Der Hauptstrang der Story ist tatsächlich etwas schwach und ziemlich vorhersehbar. Es ist Adichies literarisches Talent und messerscharfe Beobachtungsgabe, die „Americanah“ doch noch zum Erfolg werden lassen. Durch den Mix verschiedener Perspektiven und Zeiten wirkt die Geschichte weniger schlicht und dank der Integration von Ifemelus kritischen Blogbeiträgen wird das Subthema von Rassismus und Einwanderung überdeutlich gemacht. Was man aus der Tatsachenbeschreibung von Adichie für sich mitnimmt, hängt jedoch vom persönlichen Hintergrundwissen und social standing ab. Manch einer mag „Americanah“ für platt und wenig bemerkenswert erachten, andere mögen anhand der Behandlung Schwarzer entsetzt und berührt sein. So oder so, relevant ist „Americanah“ in Zeiten von Ferguson und Eric Garner zweifellos.

Lest auch mein Review zu Adichies (besserem) Vorgänger „Half of a Yellow Sun“.

Teilen:

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Etwas suchen?