Tune of the week: Foxing – Rory

Bericht: Tigers Jaw + Foxing @Cassiopeia, Berlin

Vermutlich würden einen wenige Konzerte dazu kriegen, bei über 30 Grad in einen heißen, stickigen Keller hinabzusteigen. Einer dieser Sonderfälle: Das illustre Tourpackage aus Tigers Jaw und Foxing – beides Bands, die es tatsächlich noch nie nach Deutschland geschafft haben und sehnsüchtig erwartet wurden.

Haben viele Booker die Angewohnheit mindestens drei Bands für einen Abend zu buchen, so war es doch ganz angenehm, dass dieses Plakat tatsächlich nur zwei Namen aufzuweisen hatte. Pünktlich um 20 Uhr betrat daher schon die dankbarste Band der Welt die Bühne: Foxing. Die fünf Nordamerikaner spielen seit vier Jahren zusammen, hatten bisher aber noch keine Chance, außerhalb ihres Kontinents zu touren. Entsprechend wertgeschätzt wurde die gar nicht so kleine Besuchermenge im Cassiopeia und Sänger Conor kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Glücklicherweise war das Publikum ähnlich angetan, zeigte sich recht textsicher und feierte „Bloodhound“ und Co. von der ersten Platte „Albatross“. Die abwechslungsreiche Mischung aus Post-Rock, Indie und Pop samt Trompete und Synthesizern ist aber auch wirklich etwas Besonderes. Man darf gespannt sein, welcher Schwerpunkt auf dem neuen Album „Dealer“ gesetzt wird.

tigersjawDarauffolgend dann Tigers Jaw, zweifelsohne die Band, wegen der die meisten angereist waren. „Angereist“ ist das richtige Wort, denn das Publikum setzt sich aus – selbst für Berlin – auffällig vielen Nationalitäten zusammen. Da die „UK/Europe“ Tour sich fast gar nicht als solche bezeichnen darf und hauptsächlich auf England und Deutschland fokussiert ist, ist das allerdings auch nicht sonderlich verwunderlich. Natürlich war die Freude allerorts groß, die Band überhaupt ENDLICH mal live erleben zu können. Nach der Tourabsage von 2013 hatte man die Hoffnung ja fast schon aufgegeben. Nichtsdestotrotz muss einem natürlich klar sein, dass Tigers Jaw nur noch Ben und Brianna sind. Heißt: Adams Parts bei „Never saw it coming“, „I was never your boyfriend“ und allen anderen beliebten Klassikern werden größtenteils von Brianna übernommen. Das ist anders, ungewöhnlich und bis zu einem gewissen Grad gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber einmal damit abgefunden, dass man Tigers Jaw nun auf eine andere Art und Weise hört und sieht, als immer erwartet, kann man dem Abend durchaus viel Gutes abgewinnen. Die Setlist ist ausgewogen, mit „The Sun“ als Opener und „Hum“ als letztem regulären Lied sowie einem generell guten Mix aus Alt und Neu. Das Publikum ist motiviert und lässt sich fast gar nicht anmerken, dass die Selftitled noch immer beliebter ist als „Charmer“. Die Band bedankt sich zwar nicht wie Foxing nach jedem Song, wirkt aber doch durchaus angetan von ihrem ersten Berliner Auftritt und hat Spaß am Spielen. Mit der Zugabe „I Saw Water“ im Ohr kann denn auch schon nach zwei kurzweiligen Stunden der kühlende Heimweg angegangen werden – durchaus positiv überrascht.

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1 Kommentar

  1. 17. August 2015 / 7:02

    Konzerte bei den Temperaturen sind echt eine Herausforderung! (Und alleine auf Konzerte gehen ist echt kein Ding, spätestens wenn es los geht ist es doch völlig egal)

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