Sind wir bald alle bei „Vero – True Social“?

Vero True Social ProfileMein Instagram-Feed ist gerade ironischerweise voll von Werbung für ein anderes Netzwerk: Diverse User posten einen Screenshot ihres Vero-Profils. Bei Vero – True Social soll man gemäß des „Manifesto“ ganz man selbst sein dürfen. Denn bei allem, was man teilt – sogar dem Avatar –, wird gewählt, wer den Beitrag sehen darf: Enge Freunde, Freunde, Bekannte oder Follower. Eine solche Funktion kennt der ein oder andere noch von Google+ und sie ist meiner Meinung nach nicht der Grund, weswegen gerade so viele auf Vero abfahren. Es ist vielmehr das Versprechen, dass Vero frei von Anzeigen bleibt und der Newsfeed in keinster Weise manipuliert oder kuratiert wird.

In einer Social Media Welt, in der unsere Feeds fast nur noch aus gesponsertem Zeug bestehen und man nach den Postings seiner Freunde quasi suchen muss, sehnen wir uns nach einer Plattform, auf der wir uns mit anderen Leuten verbinden und ohne viel Aufwand ihre Beiträge verfolgen können. Momentan gibt uns Vero genau das.  Im Newsfeed sieht man in chronologischer Reihenfolge, was die eigenen Verbindungen posten und kann sie liken oder kommentieren, unter „Collections“ sind die Tipps und Beiträge geordnet aufbereitet. Dabei wird man nicht mit nichtssagenden Statusmeldungen konfrontiert, weil man sich immer entscheiden muss, welche Art von Content man teilen möchte – ein Foto, einen Link, Musik, einen Film/TV, ein Buch oder einen Ort – und welche Aussage man damit verfolgt (u.a. „empfiehlt“, „ist hier“). Wer mag, kann via Hashtags öffentliche Beiträge anderer User finden, ansonsten sieht man wirklich nur genau die Postings von Leuten, mit denen man sich verbinden wollte. Für private Unterhaltungen gibt es natürlich auch einen Chat.

Vero – News FeedWirklich Negatives gibt es nicht zu berichten. Außer vielleicht, dass man andere User nur via Namen oder über die Handynummer findet. In einer Zeit, in der man sich (fast) nur noch über soziale Netzwerke verbindet, nicht immer ganz einfach. Zudem finde ich komisch, dass man nicht einsehen kann, wie viele Kontakte jemand hat. Ich habe z.B. gerade 7 Kontakte, aber 0 Follower. Dadurch, dass nur die Follower angezeigt werden, kann ein Account kleiner wirken, als er ist. Dabei scheint der Unterschied zwischen Kontakten/Verbindungen und Followings ja zu sein, dass man sich bei ersterem näher ist – sollte also hervorgehoben und nicht verschwiegen werden.

Mein erstes Fazit? Vero macht Spaß und sieht gut aus. Wie bei jedem potentiell erfolgreichen sozialen Netzwerk hängt der Erfolg jetzt davon ab, wie viele Menschen sich anmelden und aktiv werden. Wenn nach dem ersten Hype nichts mehr passiert, wird Vero wie Ello und Co. in der Versenkung verschwinden. Noch bin ich aber optimistisch. Denn selten habe ich in der jüngsten Vergangenheit einen so durchdachten, ästhetisch anspruchsvollen Social Media Konkurrenten für Facebook und Instagram erlebt. Außerdem hoffe ich einfach, dass es endlich mal ein Netzwerk schafft, sich nicht funktional kaputt zu wirtschaften. Und das kann man bei Vero nun mal erst erleben, wenn es länger am Markt ist. Dann wird nämlich ihr Finanzierungsmodell greifen: ab einer Million User wird ein Mitgliedsbeitrag fällig.

Update (27.2.): Da war die Anfangseuphorie wohl etwas zu groß bzw. der Hype anscheinend nicht vorhersehbar. Vero ist nur noch down/super langsam und verbuggt. So ist’s natürlich sinnlos. Zudem soll der CEO ein dubioser Geschäftsmann sein.

Falls übrigens wer rausfindet, durch welche „versteckten“ Instagram-Influencer die App bekannt wurde, erzählt’s mir bitte!

Teilen:

3 Kommentare

  1. 26. Februar 2018 / 21:26

    Sehr gut – dann werde ich mich wahrscheinlich in ca. 19 Monaten dafür anmelden :D ab einem gewissen Alter braucht man ja etwas länger für neue Trends ;)

  2. 28. Februar 2018 / 11:55

    Hi,

    super post. :) Hab dir mal in Vero eine Anfrage geschickt. Ich Blick da zwar noch nicht so ganz durch aber oke^^

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Etwas suchen?