Roadtrip durch Westkanada: Teil 2 – What to do in Vancouver

Vancouver ist der optimale Beginn für euren Kanada-Roadtrip. Dass sich ein Besuch Vancouvers lohnt, wird nämlich klar, sobald man die Stadt mal auf einer Karte betrachtet: Urbanität, Küste, Strand UND grüne Berge? Die perfekte Kombination, um gut in seinen Kanada-Urlaub zu starten. Natürlich steuern auch die meisten großen Airlines den dortigen Flughafen an, von dem es easy per (führerloser!) U-Bahn downtown geht.

Northshore Vancouver Downtown Vancouver Whytecliff Vancouver

Folgende Aktivitäten könnt ihr in Vancouver unternehmen, um die Stadt in all ihrer Fülle zu erleben:

  • Spaziergang durch Downtown

Insbesondere die glänzenden Skyscraper, das Olympia-Denkmal oder der Hafen für die großen Touristendampfer im Bereich „Waterfront“ sind einen Fotostopp wert. Wundert euch nicht, wenn in diesem Teil Vancouvers ständig Kamerateams an euch vorbeifahren: Nach Los Angeles und New York City ist Vancouver die meistgenutzte Produktionsstadt Nordamerikas – und spielt dabei meistens sich nicht selbst, sondern Städte wie Seattle, Chicago oder auch Shanghai.

  • Szenebezirke Gastown, Yaletown und Main St

Natürlich möchte man auch ein paar andere Bereiche Vancouvers sehen und so bieten sich die etwas szenigeren Stadtteile an. Gastown ist besonders zum Ausgehen beliebt, Yaletown ist so etwas wie der Prenzlauer Berg Vancouvers (modern und adrett) und die Main Street erinnert etwas an Kreuzberg (hip und teilweise abgefuckt). In diesen Bereichen gibt es auch ziemlich viele angesagte Brew Bars und Coffee Places, z.B. Revolver Coffee oder 49th Parallel. Letzteres begeisterte mich vor allen Dingen mit Lucky‘s Doughnuts<3

  • Granville Island

„Food Market Overload“ stöhnt nicht nur der Berliner und doch hat der Food Market auf Granville Island einen anderen Vibe durch die unterschiedliche Essenskultur der Nordamerikaner. Direkt am Wasser gelegen lässt es sich zudem gleich besser schmausen.

  • La Casa Gelato

Diese besondere Eisdiele wirbt mit bis zu 218 verschiedenen Eissorten aus aller Welt. Das beste: ihr könnt vor Ort so viel probieren, wie ihr möchtet. Und damit meine ich nicht nur drei verschiedene Sorten, selbst bei über zehn schaut euch keiner komisch an. Es gibt auch keinen „Mindestbestellwert“ und trotzdem werdet ihr danach einen mit Eis gefüllten Magen haben.

La Casa Gelato stanley-park-vancouver Seawall Vancouver

  • Radtour durch den Stanley Park

Lernt die bekannte „Seawall“ kennen: Lediglich Fußgängern und Radfahrern ist dieser Weg direkt am Meer vorbehalten. Den einen oder anderen Strand bekommt ihr auch zu sehen. Eins meiner Vancouver-Highlights! Es lohnt sich sogar, nochmal mit dem Auto durch den Park zu fahren, denn so sieht man ein paar andere Plätze mittendrin. Es gibt zum Beispiel einen schönen View Point Richtung Lions Gate Bridge – da fühlt man sich fast wie in San Francisco.

  • North Shore

Die „andere“ Seite Vancouvers zeigt euch quasi das wahre Leben der Vancouverites. Erlebt das typisch nordamerikanische Vorstadttreiben und schaut euch gleichzeitig die vielen gemixten Kulturen an (probiert das persische Restaurant Yaas!). Vom Ufer habt ihr einen perfekten Blick auf die Skyline, ob tagsüber per „Seabus“ oder abends umgeben von bunten Lichtern. Der „Cleveland Dam“ und See ist ein idyllischer Picknickspot, in Deep Cove könnt ihr auf den Quarry Rock steigen. Eine schöne 2-Stunden-Wanderung.

  • West Vancouver

Wie für die Northshore bietet sich auch hierfür ein Auto an: Ihr solltet zum Cypress Mountain Viewpoint und die Stadt von oben anschauen. Dann Richtung Whytecliff Park und Horseshoe Bay fahren, das sind richtige „scenic spots“ ideal für den Sonnenuntergang.

  • Shoppen

… könnt ihr natürlich auch, da die Preise der großen Ketten aber mittlerweile an die Währungskurse angepasst werden, kann man sich selten Schnäppchen sichern. Ich habe auch keine kanadisch einzigartigen Geschäfte entdeckt – abgesehen vom „Rock Shop“ in der Granville Street, der mein altes Emo-Herz schneller schlagen ließ. Bekannte Brands wie Victoria’s Secret, Top Shop oder der Burgerladen Five Guys, die für Deutsche sonst maximal in London und Co. erreichbar sind, sind hier aber natürlich auch zugegen, sodass sich zumindest ein paar andere Dinge finden lassen.

Als Kontrast zu meinen lobenden Worten, weil ich es nicht unerwähnt lassen möchte: Es gibt auch eine Schattenseite Vancouvers: Kanada brüstet sich mit Wohlstand und einem umfassenden Sozialsystem, in Vancouver kann man durch die „British Properties“ fahren und sehen, wie Wohlstand aussieht, die Stadt wird regelmäßig zur lebenswertesten der Welt gekürt und Einwanderer kann man sowieso nur werden, wenn man entweder viel Geld oder viel Wissen mit sich bringt. Nichtsdestotrotz habe ich noch nie so viel Elend auf einem Fleck gesehen wie rund um die East Hastings Street. Nur einen Sprung, eine falsche Abzweigung von Chinatown und Downtown entfernt, herrscht hier ein Leben, vor dem man nur zu gern die Augen verschließen möchte. Bis zu 10.000 Drogensüchtige sollen in diesem Teil Vancouvers leben, die HIV-Rate ist so hoch wie in Afrika, überall riecht es nach Urin und Kot. Selten besitzt jemand mehr als einen Einkaufswagen voll Klamotten. Noch Wochen später habe ich die schockierenden Bilder vor Augen – es gibt halt nirgends nur Sonne.

Und wo geht’s jetzt hin in meiner Westkanada-Reihe? Erstmal in den Norden UND Süden… Der Trans-Canada-Highway muss noch etwas auf uns warten.

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