Problemlos auf silikonfreies Shampoo umsteigen

Ines silikonfreies Shampoo

Silikonfreies Shampoo schont die Umwelt  – mit dieser Tatsache im Hinterkopf musste ich im Prinzip meinen bisherigen Haarpflegeprodukten Adieu sagen, sobald ich mich entschied, nachhaltiger zu leben. Zugegeben, ich habe mich dennoch lange davor gedrückt. Schließlich gaukelt einem Silikon im Shampoo glänzendes, gesundes Haar vor, ohne dass man einen Schimmer davon hätte, wie es eigentlich unter der Silikonschicht bzw. dem künstlichen Schutzfilm aussieht. Die Angst, nach der Umstellung trockenes Gefilze in den Händen zu halten oder währenddessen von Schuppen geplagt zu werden, war entsprechend groß. Irgendwann hat dann aber doch mein schlechtes Gewissen überwogen. Und ich muss sagen: nach einem Monat Silikonfrei-Einsatz habe ich das Shampoo akzeptiert. Meine Haare sehen nicht besser oder schlechter aus als vorher und meine Impulskäufe von vielversprechenden, silikonhaltigen Haarpflegeprodukten liegen bei Null.

Während der Umstellung habe ich jedoch eins gelernt: Einfach zur Shampoo-Alternative greifen reicht nicht. Man muss die Entwöhnung schon etwas vorantreiben, um möglichst wenig „Nebenwirkungen“ (Trockenheit bzw. Fettigkeit je nach Veranlagung) zu haben. Problemlos auf silikonfreies Shampoo umsteigen ist aber zum Glück nicht weiter schwer. Ihr braucht lediglich etwas Kaisernatron (zu finden in der Backabteilung), eine Zitrone sowie Weißweinessig und geht wie folgt vor:

1) Natronreinigung

 silikonfreies Shampoo umstellenWie man es auch vom Färben kennt, nutzt man bei der Natronreinigung zwei unterschiedliche Mischungen für Ansatz und Spitzen. Der natronintensivere Mix für die kopfhautnahen Haare besteht aus einem EL Natron und zwei EL lauwarmen Wasser, die etwas flüssigere Variante für die geplagten Spitzen aus einem TL Natron auf 100ml lauwarmem Wasser. Die jeweilige Reinigung gründlich auf dem warm gewaschenen Haar auftragen, fünf Minuten einwirken lassen und lauwarm auswaschen.

Achtung: das Natron verursacht Farbveränderungen! Mein Rotstich hat sich dadurch fast vollständig entfernt und auch mein Braunton ist deutlich heller geworden.

2) Saure Rinse

Die bösen Silikone sind aus eurem Haar verbannt worden, jetzt geht es an die Pflege: Gebt dazu eine halbe Zitrone und zwei EL Weißweinessig in einen Liter Wasser und nutzt diese Mischung als Leave-In Kur über Nacht. Wer den Geruch von Essig partout nicht ausstehen kann (hallo, hier, ich!), kann die Kur auch direkt mit kaltem Wasser auswaschen. Dadurch schließen sich die Poren und bewahren die „Vitamine“.

Das ganze Prozedere wiederholt ihr viermal mit einem Abstand von je vier Tagen und voilà, silikonfreies Shampoo ist fortan euer Freund.

Die saure Rinse eignet sich auch nach der Umstellung super als Conditioner-Ersatz. Meine Frisörin hat mir den Tipp gegeben, darauf zu achten, dass eure Mischung einen pH-Wert von ungefähr 4 hat, damit sie auch wirklich sauer ist. Den Wert könnt ihr ganz einfach mit pH-Messpapier aus der Apotheke bestimmen.

Und was benutze ich sonst noch für die Haare? Hauptsächlich ebenfalls silikonfreien Hitzeschutz, die got2b Hitzeschutz-Lotion „Schutzengel“ und Haarspray von Sysos, welches als eines der wenigen Haarsprays kein Silikon beinhaltet :)

Und ihr? Seid ihr auch schon auf silikonfrei umgestiegen? Dann freue ich mich über Tipps für gute Shampoos, die sowohl silikon- als auch mikroplastikfrei sind! Ich benutze immer mal wieder unterschiedliche von Lavera, aber darin sind die Tenside so stark vertreten, dass sich meine Haarfarbe sehr schnell auswäscht.

(An den Umstellungstipps habe ich mich grob an smarticular.net orientiert)

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3 Kommentare

  1. Annekatrin Nickel
    4. September 2018 / 21:37

    Liebe Ines,
    vielen Dank für den schönen Beitrag. Bei meiner Suche nach Alternativen für konventionelle Shampoos bin ich auf deinen Blog gestoßen. Die Seite Smarticular.net finde ich auch super und hab da schon tolle Tipps ausprobiert. Zum Thema „silikonfreies Shampoo“ habe ich durch die Code Check App neulich entdeckt, dass in silikonfreien Shampoos meist ein Ersatzstoff verwendet wird, der aber leider die gleichen Eigenschaften besitzt wie Silikon: Polyquaternium. Schau doch mal nach, ob dein neues Shampoo das auch enthält. Zur natürlichen Pflege habe ich neulich erst Roggenmehl Shampoo für mich entdeckt (da gibt es auch einen Artikel auf smarticular drüber). Kann ich nur empfehlen! Ganz ohne Chemie und trotzdem fluffig und sauber.
    Liebe Grüße in meine Heimatstadt und weiter so mit deinem Blog, Anne

    • 8. September 2018 / 8:20

      Oh danke für den Tipp, kann wirklich sein, dass Polyquaternium öfter vorkam. Zurzeit hab ich aber sowieso Probleme, das passende Shampoo zu finden, gibt immer wieder Hautreizungen. Und das bei Naturkosmetik! Echt merkwürdig.

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