Nachhaltiger leben – Wieso sich meine Makeup-Routine ändern muss

Nachhaltiger lebvenSelten hat mich ein Blogbeitrag nachträglich so beschäftigt wie ein Artikel von Luzia Pimpinella zum Thema „Nachhaltiger leben“. Ich finde es generell schon wahnsinnig schwierig, mich selbst hinsichtlich Ernährung, Sport oder auch Altersvorsorge zu optimieren, aber einen Weg zu finden, das eigene Umweltbewusstsein zu erhöhen und der Umwelt weniger zu schaden, ist noch eine Ecke schwerer. Schließlich übt man hier Verzicht ohne direkt erkennbare Auswirkungen; maximal das eigene Gewissen bekommt einen Aufschwung. Der Artikel aber war der Stein, der mein sonst so zaghaftes Umdenken endlich ins Rollen brachte. Klar, ich trinke Leitungswasser, schalte Stromschalter aus, mache die Waschmaschine möglichst voll, nutze den öffentlichen Nahverkehr. Aber mache ich das nicht mehr oder weniger einfach aus Sparsamkeit? Zu beschämend fand ich, dass ich zwar ganz Gutbürgermäßig immer eine Stofftasche beim Einkaufen dabei habe, mich bisher aber wirklich keinen Deut darum gekümmert habe, was in den Produkten eigentlich drin ist, die ich kaufe – zumindest nicht aus Umweltbewusstsein.

Bewusster konsumieren

Ich habe daher für mich beschlossen: es muss sich etwas ändern. Ich will nachhaltiger leben und weniger nur an mich denken. Ich möchte mich zwar nicht in allen Bereichen drastisch einschränken, aber bewusster an meinen Konsum herangehen und mir ein paar Dinge herauspicken, die ich versuche ab sofort umzusetzen:

  • nur noch „grüne“ Putz- und Haushaltsmittel kaufen
  • auf Alufolie und Qtips aus Plastik verzichten
  • Ökostrom beziehen
  • weniger Produkte mit Mikroplastik und Palmöl verwenden

An dem letzten Punkt meines „Nachhaltiger leben“-Plans habe ich ganz schön zu knacken. Ich habe nämlich einfach mal alle meine Drogerieartikel und Kosmetikprodukte, die ich regelmäßig nutze, durch die Codecheck-App laufen lassen und geschaut, ob diese Mikroplastik und/oder Palmöl beinhalten. Die Auswertung ist erschreckend: links unten im Bild seht ihr, was ich umwelttechnisch mehr oder weniger bedenkenlos benutzen kann, zu den Produkten in der Mitte gibt es keine Info und alles, was rechts liegt, wäre nach dieser Logik aussortiert. Alle meine Cremes, mein Duschgel, meine Abschminktücher enthalten Palmöl, mein Rouge, meine Lidschatten, mein Augenbrauenstift sind ebenfalls nicht palmölfrei. Die Mehrheit meiner Make up Produkte enthält sogar Mikroplastik UND Palmöl, ob Eyeliner, Highlighter oder Lippenstift. Puh, damit muss ich meine komplette Make up Routine auf den Kopf stellen.

Mikroplastik ist dabei sogar noch der leichtere Teil, da nicht so universell im Einsatz. Eigentlich sollte der Kunststoff überhaupt gar nicht mehr eingesetzt werden, dazu hatten sich 2014 viele Hersteller hierzulande freiwillig selbstverpflichtet. Wer aber mal darauf achtet, wird feststellen, dass sich Mikroplastik immer noch in dutzenden Kosmetik- oder Reinigungsmitteln findet. In den Inhaltsangaben taucht Mikroplastik u.a. unter Namen wie Polyethylen, Polypropylen, Nylon-12 oder auch Acrylates Copolymer (AC) auf. Völlig unnötig, lässt es sich nämlich durch natürliche Stoffe wie Salze oder geschrotete Kerne ersetzen. Hier bin ich daher nach aktuellem Stand noch optimistisch, brauchbare Alternativen zu finden.

Der wirklich harte Brocken ist Palmöl. Es ist wohl allseits bekannt, dass die Herstellung des pflanzlichen Öls der Umwelt schadet, es aber leider in knapp der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten ist und auch die Kosmetikbranche große Mengen abnimmt. Nun ist sich jedoch selbst der WWF nicht sicher, ob eine komplette Abkehr vom Palmöl zu empfehlen ist. Das spielt mir für meine halbgare Lösung in die Hände: Die Auswahl meines Essens mache ich unabhängig von der Palmöl-Frage, da ich Fertigprodukte nur in Ausnahmefällen zu mir nehme und mir derzeit nicht vorstellen kann, auf Milka-Schokolade oder Nutella vollständig zu verzichten.

Die Makeup-Routine umstellen

nachhaltiger leben in die richtige richtungDass meine dekorative Kosmetik bzw. meine Drogerieartikel in allen Belangen so schlecht abschneiden, möchte ich jedoch nicht auf mir sitzen lassen und vermehrt nach Produkten ohne oder wenigstens mit zertifiziertem Palmöl Ausschau halten. Die weite Welt der Naturkosmetik habe ich sonst noch nicht betreten und ich muss zugeben, dass meine ersten zaghaften Einkehrversuche nicht von Erfolg gekrönt waren: Bei dm gab es kein einziges Abschminktuch, was den neuen Ansprüchen genügte, also griff ich zum ALVERDE Gesichtsreinigungsschaum – wirklich nicht mein Lieblingsgeruch. Die Haarkur derselben Marke wiederum macht meine Haare platt.

Bei meiner über Jahre aufgebauten Makeup Routine werden mir wohl ähnliche Startschwierigkeiten blühen. Ich bin zwar durchaus bereit, jetzt etwas mehr Geld als zuvor zu investieren, will aber auch nicht für jeden Kajal 20€ hinblättern. Für eine Makeup/Mascara Alternative zu MAC Cosmetics ist das wieder was anderes, da zahlt man eh schon ordentlich, dann doch bitte für nachhaltigere Produkte. Meine Umstellung wird daher sicherlich nicht von heute auf morgen passieren, sondern erfordert Zeit und Recherche. Der Weg in die richtige Richtung ist es aber sicherlich.

Hat jemand ein paar Tipps für mich? Wer weiß, vielleicht habt ihr euch „Nachhaltiger leben“ ja schon länger auf die Fahne geschrieben.

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6 Kommentare

  1. 27. April 2017 / 17:06

    Liebe Ines, ich finde es toll, dass du das beschlossen hast. Ich bin seit 1,5 Jahren auch dabei in Babyschritten nachhaltiger zu leben. Manches fällt leicht anderes gar nicht – zum Beispiel das mit den Flugreisen konnte ich noch nicht über mich bringen streng zu reduzieren. Aber da jeder Mensch andere Leidenschaften und Vorlieben hat, kann ja jeder da ansetzen, wo es ihm leichter fällt. Ich koche zum Beispiel sehr gerne und zunehmend vegan. Da gibts eh nicht so viele Fertigprodukte und statt Süßem gibts öfter mal was selbstgebackenes, da ist dann garantiert kein Palmöl drin. Ich kaufe soviel wie es geht unverpackt ein. Kosmetik bin ich auch nicht total konsequent aber habe fürs Bad zwei Magnetseifenhalter gekauft – an denen trocknet so ein Stück Seife ohne eklige Schmiere. Eines nehme ich satt Duschgel und eines am Handwaschbecken. So fällt schonmal das Plastikfür die Verpackung und Mikroplastik bei Duschgel und Flüssigseife weg. Auch kaufe ich öfter die Naturkosmetik-Produkte von Alverde. Zum Abschminken habe ich mir waschbare Pads (gibts einige bei Dawanda) zugelegt, funktioniert aber auch wenn man zB Waschlappen in Kreise schneidet. Ich kaufe öfter Second Hand Klamotten und kaufe fast keine Fast Fashion mehr., dafür gönne ich mir dann öfter ein Fairfashion Stück. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und hoffentlich auch ein bisschen Spaß! Merke anhand meines langen Kommentares, dass ich da auch mal einen Beitrag drüber schreiben wollte…sollte ich mal tun :D lg *thea

    • 27. April 2017 / 19:06

      wow, da bist du wirklich schon sehr viel weiter als ich! fast fashion ist ein guter punkt, aber one step at a time… die waschbaren pads klingen nach einer idee… und ja, schreib mal darüber, mich interessiert es!

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