Lily Burger Berlin im Test

Lily Burger Prenzlauer BergErfahrungsbericht Juli 2016 / Dezember 2016 / August 2019

Lily Burger ist der unangefochtene Publikumsliebling in der deutschlandweiten „Burger City Guide“-Gruppe und auch in meinem eigenen Berlin Burger Test schnitt der Laden außerordentlich gut ab. Trotzdem war ich in letzter Zeit eher selten dort, weil wegen anhaltender Küchenüberlastung teils sogar mehrere Stunden Wartezeit an der Tagesordnung waren. Diesen Monat beginnt allerdings eine neue Ära: das gehypte Mini-Restaurant ist in ein größeres Lokal umgezogen und hat damit endgültig den stadtinternen „Burgerthron“ des kalkulierbaren Erfolgs erklommen. Mit dem Größen-Upgrade steigert sich auch die örtliche Attraktivität von Lily Burger & Steaks „Beef&Vegan Grill-Club“, wie es nun sperrigerweise heißt: aus dem doch noch sehr alternativen Neukölln ging es ins beschauliche Prenzlauer Berg, in unmittelbarer Nähe zum Volkspark Friedrichshain. Der Restaurant-Style ist dem Pionieren aber weiterhin ähnlich: Ganz viel Neon, Teddybären, Fahrräder, Straßenschilder und Schallplatten schmücken Decke und Wände, während eine durchweg laufende Diskokugel und die obligatorische etwas zu laute Elektromukke aus dem Restaurant den gewünschten „Grill Club“ machen. Burger- und Beilagenpreise sind, soweit ich das erkennen kann, ebenfalls auf ähnlichem Niveau. Platzangebot und Karte wurden dafür wie erwartet erweitert, zudem gibt es nun (endlich!) Toiletten sowie momentan noch ziemlich überforderte Zu-Tisch-Bedienungen (Tischnummern lernen, ihr Guten!).

Und die Burger? Haben sich laut Chef angeblich überhaupt gar nicht geändert. Fleischtechnisch sind sie auch gewohnt klasse, beim Milchbrötchen musste ich allerdings stutzen. Das Bun hatte ich größer, härter und mit Sesam in Erinnerung. Meine Fotos der vergangenen Jahre bestätigen mir diesen Eindruck. Vielleicht war ich aber auch zu lang nicht mehr da und diese Änderung ist längst akzeptiert? Etwas kleiner kommt der Burger übrigens auch daher, das tut dem „Pappsatt“-Gefühl aber keinen Abbruch. Zwei Stunden später rolle ich immer noch durch die Gegend…

Lily Burger & Steaks

Lily Burger & Steaks „Beef&Vegan Grill-Club“ von außen

Update, 31.12.16: So, nach Monaten der Eingewöhnung habe ich Lily Burger & Steaks eine weitere Chance gegeben. Mittlerweile hat sich der neue Standort unter Einheimischen wie Touristen rumgesprochen und entsprechend lang sind jeden Tag die Schlangen für einen Tisch. Damit habe ich erstmal kein Problem, mittlerweile muss man ja eh bei so gut wie allen guten Berliner Läden reservieren. Ich bin allerdings weiterhin kein Freund davon, ewig auf mein Essen warten zu müssen, sobald ich die Bestellung aufgegeben habe – in diesem Fall 1 Stunde und 45 Minuten, was alten Neukölln-Zeiten Konkurrenz macht und die vom Kellner geschätzte Stunde dann doch deutlich überschritt. Daran besonders nervig: Zehn Minuten vorher kamen bereits die ersten zwei Burger, der dritte und unsere Pommes brauchten aber noch einmal länger. Wir hatten also die tolle Wahl zwischen „Unhöflich, ohne Beilage“ oder „Kalt und noch hungriger“. Hinzu kommt, dass unser „Medium“ Fleisch quasi durchgebraten war. Und das in einem Burgerladen, der auf sein Black Angus Rind stolz ist und in dem man früher regelrecht ausgelacht wurde, wollte man das Fleisch „well done“ haben! Ich habe meinem Ärger natürlich Luft gelassen, habe aber auf den daraufhin angebotenen Alternativburger verzichtet, weil ich mit meinem Hunger einfach nicht mehr warten wollte. Tatsächlich war der Service gestern auch das Einzige, was ich dieses Mal nicht bemängeln muss – zumindest kann ich vom letzten Mal eine Steigerung vermerken, da unsere Bestellung nicht durcheinander ging und wir mehrfach gefragt wurden, ob alles okay ist. Bringt einem nur leider auch nichts, wenn eben nicht alles okay ist und man am Ende unzufrieden raus geht. Die Betreiber sollten sich ggf. echt nochmal überlegen, ob sie ihre Küche ausweiten wollen. Es gibt zu viele gute Alternativen in dieser Stadt, da kann man sich nicht nur auf seinen Lorbeeren ausruhen und Aussagen tätigen wie „Sorry, die Jungs hinten sind voll im Stress“. Wenn sie immer im Stress sind, muss man das Konzept definitiv überdenken.

Update, 03.08.2019

Lily Burger ist wie ein Ex-Freund, von dem man nicht so richtig wegkommt. Zumindest habe ich mich nach Jahren Pause gefragt, wie sich der Laden wohl macht und so ging’s an einem Sonntagabend im Sommer nochmal zum „Lily Food-Club“, wie das Restaurant mittlerweile heißt. Service und Wartezeiten haben wir als okay empfunden, aber ich hätte vorher mal die neue Karte checken sollen, denn dann hätte ich mir den Besuch eventuell gespart: 14.90 Euro für die Burger-Basis, 3.50 Euro für Käse, 3.90 für eine 0,33 Cola – ganz schön gesalzene Preise. Die Erwartungen waren entsprechend hoch und wurden geschmacktstechnisch nicht wirklich getroffen: es ist halt doch nur ein durchschnittlicher Burger, von denen man in dieser Stadt an jeder Ecke welche bekommt. Zudem wurden meine Pilze vergessen (wäre auch zu schön gewesen, wenn die Bestellung einmal einwandfrei funktioniert) und die Atmosphäre war ebenfalls nicht sonderlich angenehm. Man kommt sich vor wie in einem Cocktail-Laden an der Simon-Dach-Straße.

Fazit also auch in 2019 noch: Spart euch den Besuch. Wer in Friedrichshain einen guten Burger sucht, kann zum Beispiel zu Rembrandt-Burger gehen.

Lily Burger Beef & Vegan Food-Club
Adresse: Am Friedrichshain 34, 10407 Berlin
Öffnungszeiten: 09:00–02:00
Telefon: 030 20927127

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6 Kommentare

  1. 17. Juli 2016 / 15:25

    Da bin ich vorbeigelaufen und hab mich gewundert, dass der Laden im Prenzlberg ist.Achso, dann ist das wohl eine weitere Filiale. Die Speisekarte angeguckt, Preise gecheckt und dann wieder nach Hause gegangen. Bei den Preisen kann man ja stattdessen einen Wocheneinkauf machen, das war es mir dann doch nicht wert. Rebel Room ist für mich der beste in Berlin. :>

    • 17. Juli 2016 / 20:47

      Sie sind den Preis wirklich wert! Ist ja auch Bio-Rindfleisch. Bei Rebel Room war ich noch nicht, hatte aber eh vor, bald mal wieder etwas Burger Testing zu betreiben…

  2. 4. September 2016 / 14:18

    Ich bin nächstes Wochenende in Berlin und übernachte nicht so weit weg von diesem Laden – da werde ich bestimmt mal vorbei schauen.

    • 4. September 2016 / 15:08

      Oha, dann erzähl mal, wie es war! Bist du wegen Lollapalooza dort? Ich bin zu dem Zeitpunkt im Urlaub.

      • 5. September 2016 / 7:04

        Bin zwar von Freitag bis Montag dort, aber das mit dem Lollapalooza ist Zufall, das ist mir selbst erst vor ein paar Tagen aufgefallen :D

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